45 Jahre GSG
Seit 1965 Partner des Gewerbes
 
Studentenproteste und Hausbesetzer, Mauerfall und Regierungsumzug, New Economy und deren Crash: Schlagworte wie diese stehen für die wechselvolle Geschichte Berlins der letzten vier Jahrzehnte. Sicher nicht ganz so spektakulär, aber dennoch wichtig für die Stadt und insbesondere für das Berliner Gewerbe war während all dieser Zeit die kontinuierliche Arbeit der GSG. Und sie ist es bis heute.
Mit Fug und Recht kann die Geschichte der GSG eine zunächst West-Berliner Erfolgsgeschichte genannt werden. Wenn gleich oder gerade weil die Gründe für ihr Zustandekommen eher durch Mangel bedingt waren. Denn gemangelt hat es im West-Berlin des Jahres 1965 an allen Ecken und Enden, nicht zuletzt an Perspektiven. Kurz nach Mauerbau verlassen viele Menschen und Firmen trotz Berlin-Hilfe-Gesetz die Inselstadt in Richtung Westen. Dennoch sind bezahlbare Räume für die verbleibenden Unternehmen nur schwer zu finden. Die Stadt leidet unter sinkenden Steuereinnahmen und schwindenden Arbeitsplätzen. Die Existenz vieler kleiner, vor allem gewerblicher Betriebe steht auf dem Spiel und bedroht in Summe das wirtschaftliche Gefüge der Halbstadt. Um dies zu ändern, gründen das Land Berlin, Berliner Handwerkskammer und IHK am 21. Juli 1965 die Gewerbesiedlungs-Gesellschaft.

Das Ziel: dem Gewerbe durch Schaffung preiswerter und gut ausgestatteter Gewerbeflächen verlässliche wirtschaftliche Perspektiven zu bieten – und zwar durch Entwicklung von brachliegenden innerstädtischen Flächen oder von bestehenden Gewerbehöfen.
Sanierung statt Abriss
Besonders die Sanierung und Neuordnung der meist gründerzeitlichen Gewerbehöfe sollte eine Spezialität der GSG werden. Wenngleich der erste, 1966 von der GSG erworbene Hof in der Kreuzberger Blücherstraße 22 dem Jugendstil entstammt. Gerade Kreuzberg ist in den ersten Jahrzehnten der hauptsächliche und quasi natürliche Aktionsbereich der GSG. Denn hier, am Ort der „Kreuzberger Mischung“ aus Wohnen und Arbeiten, ist der Bestand an unsanierten Gewerbehöfen besonders groß.

In den 80er Jahren kommt hinzu, dass mit der "Behutsamen Stadterneuerung“ ein fundamentaler und bis heute anhaltender Besinnungswandel Einzug in die Stadtentwicklung hält, der statt Abriss die behutsame Sanierung bestehender Gebäude favorisiert.
Neubau von Gewerbestandorten
Ab 1980 baut die GSG auch neu. Zunächst eine von Ford genutzte Fabrikanlage in der Zehlendorfer Wupperstraße, 1982 dann den ersten neuen GSG-HOF in der Sophie-Charlotten-Straße. Nach dem Mauerfall und besonders ab Mitte der 90er Jahre stehen junge IT-Unternehmen aus der New Economy im Zentrum des wirtschaftlichen Geschehens. Technologiefirmen bilden bis heute, gemeinsam mit traditionellem Gewerbe und produktionsnahen Dienstleistern, das Gros der GSG-Mieterschaft.

Die 90er Jahre stehen ebenso für das beginnende Engagement der GSG im Osten Berlins. Meist auf städtischem Brachland entstehen Gewerbezentren, die dabei helfen sollen, den Wegfall großer Industrien durch kleinteilige Angebote für kleine und mittlere Unternehmen zu kompensieren. Den Anfang macht im Jahr 1995 der GSG-HOF Wolfener Straße 36 in Marzahn.
Wirtschaftsförderung und Dienstleistung
Die GSG ist nicht „nur“ Anbieter von Gewerbeflächen und Stadtsanierer, sondern ebenso als Instrument innerhalb der Berliner Wirtschaftsförderung.

Schon seit Ende der 90er Jahre entwickelt die GSG sich zum umfassenden Dienstleister für ihre Mieter. Ob durch den kontinuierlichen Ausbau von Zusatzdiensten – etwa von Einkaufsvergünstigungen oder Unternehmensberatungen – oder durch Service-Center, die Unternehmen von administrativen Aufgaben entlasten. Ob durch das Haus der WirtschaftsPartner im GSG-HOF Wolfener Straße oder durch den dort stattfindenden WirtschaftsPartnerTag, der mittlerweile als größte regionale Wirtschaftsmesse gilt: All diese Beispiele zeigen, dass die GSG ihre Funktion als Wirtschaftsförderer kontinuierlich ausbaut, um den Mietern dabei zu helfen, Kosten zu senken, Geschäftsprozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen, oder anders: um die Wirtschaftskraft und damit die Konkurrenzfähigkeit jedes einzelnen Mieters zu erhöhen.

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